Das Honorarkonsulat

Das Honorarkonsulat

der Russischen Föderation in Nürnberg

Am 30. September 1998 erhielt Nikolaus Knauf das Exequatur als erster Honorarkonsul der Russischen Föderation in der Bundesrepublik Deutschland. Die offizielle Eröffnung des Honorarkonsulates der Russischen Föderation erfolgte am 25. März 1999 in Nürnberg. Der Konsularbezirk umfasst Nordbayern mit Unter-, Mittel- und Oberfranken sowie der Oberpfalz. Das Honorarkonsulat versteht sich in erster Linie als Mittler zwischen russischen und bayerischen Unternehmen. Ziel ist hierbei die Förderung der wirtschaftlichen Beziehungen der beiden Länder. Darüber hinaus engagiert es sich in den Bereichen Kulturförderung und humanitäre Hilfe und wirbt zugleich für einen verstärkten sozialen Einsatz in Russland und für gegenseitiges kulturelles Verständnis.

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KNAUF – ARBEITGEBER IN DEUTSCHLAND UND WELTWEIT

KNAUF ist weltweit in 80 Ländern an 220 Standorten mit Produktionsstätten und Vertriebsorganisationen vertreten und beschäftigt 26.500 Mitarbeiter. 2017 erhielt das Unternehmen erneut die FOCUS Auszeichnung als TOP Nationaler Arbeitgeber.

Knauf in Russland

Die Aktivitäten von KNAUF in Russland begannen 1993, als das Unternehmen im Rahmen einer Investitionsausschreibung ein Aktienpaket des bei Moskau gelegenen Kombinats TIGI erwarb. Eine Zusammenarbeit von KNAUF mit der russischen Gipsbranche hatte es aber bereits viel früher gegeben: Seit 1970 unterstützte der Vater von Konsul Nikolaus Knauf, Dr. Alfons Knauf den regelmäßigen Austausch von wissenschaftlichen Erfahrungen mit Instituten und Wissenschaftlern in der Sowjetunion. Ende der 1970er Jahre wurde als Fortsetzung dieser Beziehungen eine Vertretung in Moskau eröffnet. Heute kann Konsul Nikolaus Knauf aufgrund hinreichend langer Erfahrung als ausländischer Investor auf einen überaus erfolgreichen Werdegang in der Russischen Föderation zurückblicken. Seit Beginn der 90er Jahre ist es KNAUF gelungen 15 Produktionsstätten und Steinbrüche, sieben Special purpose Gesellschaften, 15 Filialen und Repräsentanzen sowie sechs Schulungszentren aufzubauen.

Allein in den russischen Schulungszentren sowie 26 Ressourcen- und sieben Beratungszentren an den Bauhochschulen in Moskau, St. Petersburg, Nishnij Novgorod, Kazan, Tscheljabinsk, Novosibirsk und Vladivostok wurden bis Ende 2016 mehr als 70.000 Menschen ausgebildet. Heute trägt KNAUF GIPS die personelle und soziale Verantwortung für rund 4.000 russische Mitarbeiter. KNAUF produziert mit hoch qualifizierten, äußerst motivierten russischen Arbeitskräften und hervorragendem Management qualitativ hochwertige Baustoffe für komplette, moderne Innenausbausysteme für den russischen Markt. Bis 2016 investierte das Unternehmen in Russland 1,476 Milliarden Euro.

Ehrungen

Im Februar 2006 erhielt Konsul Nikolaus Knauf von Präsident Wladimir Putin „wegen seines großen Einsatzes für die Entwicklung und Vertiefung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen Russland und Deutschland“ den „Orden der Freundschaft“. Diesen Orden nahm im selben Jahr auch Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel entgegen. Er gilt als höchste Auszeichnung, die einem Ausländer vom Präsidenten der Russischen Föderation verliehen werden kann.

Im März 2010 verlieh das Deutsch-Russische Form e.V. Berlin Konsul Knauf den Dr. Friedrich Joseph Haass-Preis. Mit dieser Auszeichnung werden seit 1994 – wie zuvor schon Michail Gorbatschov und Otto Wolff von Amerongen – Persönlichkeiten geehrt, die sich um den deutsch-russischen Bürgerdialog weit über professionelles Engagement als Politiker, Schriftsteller oder Unternehmer hinaus in besonderer Weise verdient gemacht haben.

Im März 2014 wurde zusammen mit dem Kernforschungsinstitut Sarow und den Russischen Eisenbahnen RZD mit KNAUF GIPS Russland erstmals auch ein ausländisches Unternehmen mit dem Hauptpreis des gesamtrussischen Wettbewerbs des russischen Unternehmensverbandes RSPP geehrt. Konsul Nikolaus Knauf nahm den Preis „Führende russische Unternehmen – Dynamik und Verantwortung“ aus den Händen des Präsidenten des RSPP, Aleksander Schochin entgegen.

Wirtschaftspartner Russland

Deutschland war 2016 der zweitwichtigste Handelspartner Russlands nach China. Der deutsch-russische Handel erreichte einen Umsatz von 48,1 Milliarden Euro und hat damit im Vergleich zum Rekordjahr 2012 (80,9 Mrd. Euro) annähernd 40 Prozent seines Volumens eingebüßt. Die Sanktionen haben der deutschen Wirtschaft bisher bereits einen Schaden von 17 Milliarden Euro zugefügt. Der Ostausschuss der Deutschen Wirtschaft erwartet für 2017 allerdings schon wieder einen Anstieg der deutschen Exporte nach Russland um mindestens fünf Prozent. Auch ergab eine Umfrage der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK) Moskau bei 190 Unternehmen, die in Russland 122.000 Mitarbeiter beschäftigen und 29 Milliarden Euro umsetzen, dass ein Drittel von ihnen im Jahr 2017 Investitionen in Russland plant. 75 Prozent der befragten Firmeninhaber prognostizieren für 2017 eine positive Entwicklung ihres Russlandengagements und plädieren für einen Dialog der EU mit der Eurasischen Wirtschaftsunion mit dem Ziel eines gemeinsamen Wirtschaftsraumes unter Einbezug Russlands. In der Bundesrepublik Deutschland sind 1.500 russische Unternehmen mit 11.900 Beschäftigten tätig.

Seit 1995 verfügt der Freistaat Bayern über eine Repräsentanz in Moskau. So lange bestehen schon hervorragende wirtschaftliche und politische Beziehungen zwischen Bayern und Moskau. Von den rund 5.560 deutschen Unternehmen in Russland, die dort mit circa 270.000 Mitarbeitern 50 Milliarden Dollar umsetzen, stammt immerhin ein Viertel aus Bayern.
Im Gegenzug beschäftigen 300 russische, im bayerischen Handelsregister gelistete Unternehmen derzeit 4.750 Mitarbeiter im Freistaat. Der Schwerpunkt des Ansiedlungsinteresses russischer Firmen in Bayern liegt in der IT- und Logistikbranche sowie im Bau- und Dienstleistungssektor. Nachdem sich der bayerisch-russische Außenhandelsumsatz von Anfang 1999 bis Dezember 2012 von 1,84 Milliarden Euro auf 13,1 Milliarden Euro mehr als versiebenfacht hat, sank dieser u. a. sanktionsbedingt bis Ende 2016 massiv auf 7,62 Milliarden Euro. Das nordbayerische Engagement in Russland wächst indes stetig: Pflegten im Jahr 1999 noch 271 außenhandelsorientierte Firmen in Mittelfranken wirtschaftliche Kontakte zu russischen Partnern so waren es 2016 bereits 430. Von diesen sind 137 Unternehmen langfristig in Form von Vertretungen, Niederlassungen oder Joint Ventures in Russland präsent.

Russland ist das größte und rohstoffreichste Land der Erde. Die russische Wirtschaft wuchs seit dem Krisenjahr 1998 jährlich um knapp 7 Prozent, im Jahr 2007 sogar um 8,1 Prozent. Trotz der Auswirkungen des weltweiten Börsencrashes hatte die russische Wirtschaft 2010 wieder an Fahrt gewonnen und ein Wachstum des BIP von 4,5 erreicht. Befand sich das BIP in den Jahren 2015 (-2,8%) und 2016 (-0,2%) noch im leicht negativen Bereich, werden für 2017 wieder positive Werte zwischen 1,1 Prozent (IWF) und zwei Prozent (Wirtschaftsministerium der RF) erwartet.

Russlandweit existieren inzwischen mehr als 100 Technologie- und Industrieparks, die ausländischen Investoren beste Infrastruktur sowie Steuervergünstigungen bieten. Das Investitionsklima hat sich in den vergangenen Jahren weiter deutlich und entscheidend verbessert. Im Doing-Business-Ranking der Weltbank 2016 steigerte sich Russland um elf Positionen und landete auf Platz 40. In Bereichen wie z.B. bei der Geschwindigkeit von Eigentumsregistrierung bewegt sich die Russische Föderation unter den TOP10. Mit einem Einkommenssteuersatz von 13 Prozent und dem Körperschaftssteueranteil von 24 Prozent herrschen in der Russischen Föderation für Investoren vergleichsweise paradiesische Zustände.

Als Honorarkonsul der Russischen Föderation in Nordbayern widmet sich Nikolaus Knauf intensiv dem Werben um ein langfristiges Investment in Russland bei der deutschen Unternehmerschaft. Die Botschaft von Konsul Nikolaus Knauf an die heimischen Unternehmer lautet daher:
„Wir sind gekommen, um zu bleiben. Denken auch Sie langfristig! Denn dieses faszinierende Land mit seinen mehr als 146 Millionen Einwohnern ist einer der wichtigsten Zukunftsmärkte für die deutsche Wirtschaft!“
Jenseits aller politischen Spannungen sind es schließlich die Unternehmer, die sich auch künftig mit aller Kraft gegen Wirtschaftssanktionen aussprechen und damit für die Fortsetzung einer für die Bürger Russlands und Deutschlands wohltuenden und fruchtbaren Partnerschaft unserer Länder auf wirtschaftlicher, politischer, gesellschaftlicher und kultureller Ebene einsetzen werden.

Soziales Engagement

Hilfe für Kliniken, Waisenhäuser, Kindergärten, Veteranenheime und Behinderteneinrichtungen in unmittelbarer Nähe der russischen Standorte der Unternehmensgruppe KNAUF – das ist für Konsul Nikolaus Knauf schon seit Anbeginn seines geschäftlichen Engagements in der Russischen Föderation ein ganz persönliches Anliegen. Schließlich kommt diese auch seinen russischen Mitarbeitern sowie deren Angehörigen zugute.

Seit langem wird beispielsweise das Kinderkrankenhaus Nr. 22 in Kolpino bei St. Petersburg auf Veranlassung von Konsul Knauf mit Baumaterialien und Medizintechnik ausgestattet. Seit 2009 wird darüber hinaus das erste Kinderhospiz Russlands in St. Petersburg u. a. bei der Modernisierung und der Einrichtung eines Reanimationsraumes unterstützt.

„Wenn man das Leben nicht mit Tagen anreichern kann, dann muss man die Tage mit Leben anreichern.“ Dieses Motto wird im Hospiz auch gelebt. Ausflüge, Besuche von Eishockeyheimspielen, Klinikkonzerte und Clownsvorführungen machen den kleinen Patienten und ihren Familien Freude und erleichtern den schweren Alltag.

Das Moskauer Sozial - zentrum der Augsburger Malteser erfährt seit Beginn seiner Aktivitäten Hilfe dort, wo sie gebraucht wird, beispielsweise mit Baumaterialien, Gefriertruhen und Personenbeförderungsfahrzeugen. Im Moskauer Sozial - zentrum werden bettlägerige, unter dem Existenzminimum lebende ältere Menschen und auch bedürftige Familien mit kleinen Kindern und Jugendliche mit warmen Mahlzeiten, Kleidung und Lebensmitteln kostenlos versorgt.

Doch auch für einzelne russische Bürger, die hinsichtlich einer Erkrankung ein schweres Schicksal zu tragen haben und bei denen die einzig Erfolg versprechende medizinische Behandlung meistens an der Finanzierung scheitert, setzt sich das Honorarkonsulat ein. Gleichzeitig hilft Konsul Knauf Opfern von Naturkatastrophen (Hochwasser im Süden Russlands im Jahr 2002) und den Leidtragenden des weltweiten Terrors (Beslan 2004). Von Mai bis September 2010 wüteten im Gebiet Nishnij Novgorod 1.296 verheerende Brände, die viele Familien obdachlos machten.

Konsul Knauf unterstützte die Brandopfer unbürokratisch, indem er ihnen elf neue Häuser schenkte, die in nur 44 Tagen errichtet worden waren.

Das Russisch-Deutsche Kulturzentrum e.V. in Nürnberg erhielt 2009 und 2010 auf Veranlassung von Konsul Knauf zwölf Computerarbeitsplätze, fachlich kompetente Hilfe bei der Sanierung der Räumlichkeiten und weitere Zuschüsse für die Kinder- und Jugendarbeit. Im April 2012 erhielt das RDK eine Spende für das Festival für Kinder und Jugendliche, welches im Rahmen des Jahres der russischen Kultur in Deutschland in Nürnberg gefeiert wurde. Auch die gesamten Erlöse aller vom Konsulat finanzierten Benefizkonzerte in Nürnberg wurden dem RDK zum Kauf von Spielgeräten auf dem Märchenspielplatz übergeben.

Damit honoriert Konsul Knauf die Bildungsarbeit des von der Putin-Stiftung ‚Russkij Mir‘ ernannten ‚Zentrums zur Förderung der russischen Sprache und Kultur‘. Das Kulturzentrum bietet mit 30 ehrenamtlichen Mitarbeitern neben vielen anderen Seminaren Deutschförderkurse und Russischkurse für russische und deutsche Kinder an. Es trägt damit in erheblichem Maße zur frühzeitigen Integration von Kindern mit Migrationshintergrund bei und fördert die gegenseitige Wertschätzung. Die Metropolregion Nürnberg zählt inzwischen rund 60.000 Bürger, die Russisch als Muttersprache sprechen.

Seit Konsulatseröffnung präsentierte Konsul Knauf bereits zwölf Benefizkonzerte zugunsten sozialer Projekte im Konsularbezirk sowie zur Unterstützung von Nachwuchs- Chören und Waisenhäusern in Russland. In den Jahren 2002 und 2016 begeisterte der Moskauer Kathedralchor mit Missa Mystica und im Jahr 2010 der ebenfalls international gastierende Staatliche Akademische Koskaken chor aus dem Kuban jeweils mit zwei Konzerten das Publikum in Würzburg und Nürnberg. 2013 faszinierte der Chor des Moskauer Sretenskij Klosters das Publikum in der Nürnberg Reformations-Gedächtnis-Kirche und im Würzburger Kiliansdom. 2014 bezauberte der Moskauer Knabenchor Debut die Zuhörer in der Nürnberger Nikodemuskirche.

Im Jahr 2015 stimmte der Don Kosaken Chor Russland die Gäste in der vollbesetzten Reformations- Gedächtnis-Kirche mit dem Programm Russische Weihnacht auf die Feiertage ein. Im November 2016 durften sich alle Jazz interessierten Würzburger und Nürnberger über Daniil Kramer, den besten Jazzpianisten Russlands freuen, der mit seinem Ensemble und dem New Russian Quartet auftrat und auf dem Niveau von Klaviergott Oscar Peterson höchste Virtuosität und meisterhafte polyphone Improvisation mit zwei völlig unabhängigen Händen darbot.

Kulturelle Zusammenarbeit

Konsul Nikolaus Knauf leistet seit mehr als zwei Jahrzehnten einen vielfältigen Beitrag zur Vertiefung der deutsch-russischen Kulturbeziehungen – und hier insbesondere bei der Rekonstruktion von russisch-orthodoxen Kirchen und Kulturgütern in Russland. Sein persönliches Engagement im Kulturbereich und für die Völkerverständigung zwischen der Russischen Föderation und der Bundesrepublik Deutschland — respektive Bayern – ist einzigartig.

Im Jahr 2011 förderte er die XI. deutsch-russische Städtepartnerschaftskonferenz in Rothenburg ob der Tauber. Sowohl die Aktivitäten der städtepartnerschaftlichen Beziehungen Rothenburg und Susdal, Höchstadt a. A. und Krasnogorsk, als auch Erlangen und Wladimir erfuhren in den vergangenen Jahren seine Projektunterstützung. Damit trug Konsul Knauf maßgeblich dazu bei, die Zusammenarbeit der Länder auf kommunaler Ebene und den gesellschaftlichen Dialog mit Russland weiter auszubauen. – Das Zentrum russischer Kultur in München MIR e.V. erhält seit vielen Jahren von Konsul Knauf Zuwendungen zugunsten von Kulturveranstaltungen und für Buchpublikationen wie „Das russische München“.

Am 10. März 2006 – zum 200-jährigen Jubiläum der Moskauer Kreml-Museen – konnte durch die Unterstützung von Konsul Knauf erstmals eine dreidimensionale Rekonstruktion der Geschichte des Moskauer Kremls präsentiert werden, die künftig Teil einer Dauerausstellung im Glockenturm „Iwan der Große“ ist. Das Projekt wurde von Experten der TU Darmstadt und des Staatlichen Kulturgeschichtlichen Museums „Moskauer Kreml“ umgesetzt. Das Computermodell zeigt die Entwicklung des Architekturensembles von wenigen Häusern und Kirchen im 12. Jahrhundert bis hin zum heutigen Erscheinungsbild der Stadtburg am Fluss Moskva.

2011 beteiligte sich Konsul Knauf als Hauptsponsor an der Herausgabe des Buches „Moskauer Kreml in Grafiken – Ende des XVIII. bis Beginn des XX. Jahrhunderts“.

An jedem Standort der KNAUF Gruppe erhalten Kirchen Zuschüsse für Renovierungsarbeiten.

Der Wiederaufbau der orthodoxen Mariä Himmelfahrt- Kathedrale im Dorf Ovstug bei Brjansk, dem Geburtsort des Dichters und Diplomaten Fjodor Tjutschev, wurde ausschließlich von der KNAUF Gruppe durchgeführt. Die Bauarbeiten haben drei Jahre gedauert und wurden termingerecht zum 200-sten Geburtstag von Fjodor Tjutschev abschlossen. Die Rekonstruktion sollte auch ein Stück weit zur Rückgabe und Erneuerung des Kulturgutes zwischen Russland und Deutschland beitragen. Am 14. Juni 2003 wurde die prächtige originalgetreu erbaute, in kräftigem Rosa erstrahlende Kathedrale im Beisein unzähliger Besucher eingeweiht.

Die Kathedrale von Ovstug ist heute ein neues Symbol für die herzlichen und freundschaftlichen Beziehungen zwischen Russland und Bayern Für dieses Projekt wurde Konsul Knauf vom ehemaligen Patriarchen von Moskau und ganz Russland, Aleksej II., mit dem „Orden des Heiligen Rechtgläubigen Fürsten Daniil von Moskau“ ausgezeichnet, welcher nur überaus selten an Ausländer vergeben wird.

Am 11. Dezember 2003 wurde zu Ehren des Dichters und Diplomaten Fjodor Tjutschev im Beisein des damaligen russischen Außenministers Igor Ivanov und des Bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber ein Tjutschev-Denkmal aufgestellt.
Die gesamten Fertigungs- und Transportkosten für das Denkmal wurden von Konsul Nikolaus Knauf bezahlt.
Die vom berühmten russischen Bildhauer und Volkskünstler Andrej Kovaltschuk geschaffene lebensgroße Bronzeskulptur steht nun in Fjodor Tjutschevs Wahlheimat München, in der er von 1822 bis 1844 beinahe ununterbrochen als Diplomat gelebt hat. Das Denkmal kann im Finanzgarten der bayerischen Landeshauptstadt, in dem sich auch die Heine-Grotte befindet, bewundert werden. Mit Heinrich Heine war Fjodor Tjutschev freundschaftlich verbunden. Auf dem Bronzesockel des Denkmals steht geschrieben:
„Er diente Russland in München als Diplomat und der Menschheit als Dichter und Philosoph“.

Schon seit den 1990er Jahren arbeitet KNAUF eng mit dem Staatlichen Museum Peterhof zusammen: Zwei Sonderausstellungen „Meißener Porzellanmalerei“ (1996) sowie „Vergoldete Bronzen – Meisterwerke aus dem Zarenschloss Peterhof“ (1998) im KNAUF Museum in Iphofen, die durch Leihgaben vom Museum Peterhof bereichert wurden, fanden das Interesse von 43.000 Besuchern. Im Jahr 2001 finanzierte das Honorarkonsulat gemeinsam mit dem Ernst von Siemens-Kunstfonds und dem Münchner Architekturbüro von Frau Kriewitz die Wiederherstellung eines Meisterwerkes der Gartenarchitektur – einer im 2. Weltkrieg zerstörten fünf Meter hohen Kristallsäule in Peterhof.

Das durch Kriegsereignisse beschädigte Original des Neptunbrunnens in Peterhof wurde im Jahr 1997 auf Veranlassung von Konsul Knauf restauriert.
Das KNAUF-Museum erhielt die Genehmigung des Oberbürgermeisters der Stadt Nürnberg, an der sich im Nürnberger Stadtpark befindlichen Kopie des barocken Neptunbrunnens Abformungen der drei großen Wappen, der Muschelhörner, der Schilfbüschel sowie der Zügel und Peitschen mit Wacker-Silikon-Kautschuk vorzunehmen. Die in Bronze gegossenen Teile wurden am Original in St. Petersburg eingesetzt und seit September 1997 können die Besucher in Peterhof nun wieder einen intakten Neptunbrunnen bewundern.

Erinnerung und Aussöhnung

27 Millionen Sowjetbürger verloren im 2. Weltkrieg ihr Leben. Auf deutschem Boden ruhen mehr als 800.000 Soldaten und Offiziere der Sowjetarmee, Kriegsgefangene, KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter. In Bayern liegen auf vielen Kriegsgräberstätten insgesamt 15.416 russische Opfer des Ersten und Zweiten Weltkrieges begraben.

Im Südfriedhof in Nürnberg befinden sich auf drei großen Gräberfeldern die Ruhestätten von 3.504 sowjetischen Staatsbürgern, die als Kriegsgefangene zwischen 1941 und 1945 in den Barackenlagern von Langwasser ums Leben kamen. Die bekannten Namen wurden im Jahr 2000 auf großen Bronzetafeln festgehalten.

An der Kriegsgräberstätte „Am Felschen“ auf dem Gelände der Bundeswehr in Hammelburg fanden 3.031 vorwiegend in Kriegsgefangenschaft gestorbene, sowjetische Soldaten der Jahrgänge 1900 bis 1921 ihre letzte Ruhestätte. Von 1940 bis 1945 waren im Lager Hammelburg insgesamt 30.000 Kriegsgefangene interniert. Sie starben an Hunger, Unterernährung, Seuchenkrankheiten und gezielt unterlassener ärztlicher Hilfeleistung durch den leitenden Lagerarzt. In den 70er Jahren wurden 427 russische Soldaten aus insgesamt 76 bayerischen Gemeinden in den Friedhof „Am Felschen“ umgebettet, weil sie zuvor nur unwürdig begraben waren.

In Neumarkt/Oberpfalz ruhen im Friedhof am Föhrenweg 3.373 sowjetische Frauen, Kinder und Männer, darunter 221 russische Zwangsarbeiter und 500 zwischen 1941 und 1945 verstorbene sowjetische Kriegsgefangene. Von ihnen starben 21 Soldaten noch nach ihrer Befreiung vom 20. April bis 23. Mai 1945.

„Angesichts unserer gemeinsamen Geschichte werden wir nie vergessen, dass es keine Alternative für die deutsch-russische Freundschaft gibt.“ Nikolaus Knauf

Im Dezember 2016 übergab Konsul Nikolaus Knauf dem Direktor des „Staatlichen Museums zum Gedenken an die Verteidigung und die Blockade Leningrads“ in St. Petersburg, Sergej Kurnossov persönlich eine Serie von Aquarellen des Volkskünstlers der Sowjetunion, JakobRomas aus den Jahren zwischen 1941 und 1943 als Schenkung. Konsul Knauf hatte die Aquarellserie zuvor bei den Erben von Jakob Romas erworben.

Eine besondere Periode des Schaffens von Romas war der Große Vaterländische Krieg und da insbesondere die heldenhafte Verteidigung Leningrads während der grausamen Blockadejahre. Nur einen Monat nach Beginn des Krieges stellte sich eine Künstlergruppe, der auch Romas angehörte, zur Verfügung. Aus Kronstadt wurde diese auf den Kreuzer „Maxim Gorki“ geschickt, der auf eine feindliche Mine gelaufen war und sich im Dock zur Reparatur befand. Dank der aufopferungsvollen Arbeit der zivilen Spezialisten waren die Beschädigungen des Schiffes nach nur drei Wochen repariert. Aber Politoffizier Romas blieb auf dem im Eis festgefrorenen Schiff und kämpfte noch 14 Monate in dem blockierten Geschwader.

Die Heldentaten des Meisters der Landschafts- und Genremalerei wurden in Anerkennung seines persönlichen Mutes mit dem „Orden des Vaterländischen Krieges“, der Medaille „Für die Verteidigung Leningrads“ und der für Menschen seines Berufsstandes seltenen Medaille „Für Tapferkeit“ gewürdigt. Seine Werke bereicherten Ausstellungen in der UdSSR sowie in Großbritannien, Frankreich, Kanada und Mexiko. Das Bild „Wintersalven der Baltik-Flotte“ aus der Periode der Blockade Leningrads befindet sich in der Tretjakow-Galerie, wo 36 seiner Gemälde ausgestellt sind. Die Werke von Jakob Romas sind auch im Russischen Museum, in der Dresdner Galerie und in 52 regionalen Museen Russlands zu bewundern.

Friedenskapelle Rossoschka - Gebiet Wolgograd

Im Sommer 1942 wurden zwei kleine Dörfer in der Wolga-Steppe im Nordwesten von Stalingrad – Groß- und Klein-Rossoschka dem Erdboden gleichgemacht. Von diesen blieb nur ihr Name – Rossoschka, oder, wie das Volk den leidvollen Ort taufte, „das Soldaten-Feld“. Heute befindet sich dort ein Gedenkkomplex zur Erinnerung an die Gefallenen mit zwei voneinander getrennten Friedhöfen und Grabstätten der sowjetischen Kämpfer und Gräbern von Wehrmachtssoldaten.

Inmitten des ehemaligen Schlachtfeldes von Stalingrad, an der Stelle des damaligen Dorfes, wo beide Friedhöfe aufeinandertreffen, wurde nun eine Friedenskapelle errichtet. Der deutsche Architekt Prof. Jürgen von Reuß entwickelte das Denkmal, indem er zwei Granitwände, die ein ausgespartes orthodoxes und ein katholisches Kreuz tragen, durch einen Altar verband. Diese Symbole der östlichen und westlichen Kirche sollen an die Gemeinsamkeit der europäischen Völker erinnern.

Der Bau der Kapelle erfolgte auf Initiative der Deutschen Kriegsgräberfürsorge, des OstWest- Wirtschaftsforum Bayern e.V. und des Bundesverbandes Deutscher Ost-West-Gesellschaften e.V.. Unterstützung leisteten die russisch-orthodoxe Kirche, die Stadt- und Regionalbehörden des Gebietes Wolgograd sowie russische Veteranen.

Das Projekt entstand unter der Schirmherrschaft von Konsul Nikolaus Knauf, der dafür den größten Teil der finanziellen Mittel zur Verfügung stellte.
Die Friedenskapelle wurde am 7. September 2016 mit einer Gedenkveranstaltung eröffnet.

„Die Gesellschaft und das Unternehmertum sind an der Bewahrung von Traditionen zur Achtung der historischen Erinnerungskultur und zum Aufbau des Dialogs, der die gemeinsame Aufarbeitung tragischer Ereignisse ermöglicht, interessiert. Schließlich dürfen wir auch mehr als 70 Jahre nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges nicht vergessen, welches unermessliche Leid das russische Volk durch die frühere Gewaltherrschaft in Deutschland erlitten hat. Millionen Russen haben damals ihr Leben verloren.
Die Teilnahme am Bau der Friedenskapelle ist ein wichtiger Schritt in der Entwicklung deutsch-russischer Beziehungen und in der Bewahrung der Geschichte für unsere Nachkommen“.
Nikolaus Knauf