Wirtschaftspartner Russland

Fakten & Zahlen

Russland ist das größte und rohstoffreichste Land der Erde. Die russische Wirtschaft wuchs seit dem Krisenjahr 1998 jährlich um knapp 7 Prozent, im Jahr 2007 sogar um 8,1 Prozent. Trotz der Auswirkungen durch den weltweiten Börsencrash hatte die russische Wirtschaft 2010 wieder an Fahrt gewonnen und ein Wachstum des BIP von 4,5 erreicht. Befand sich das BIP in den Jahren 2015 (-2,8%) und 2016 (-0,2%) noch im leicht negativen Bereich, werden für 2017 wieder positive Werte zwischen 1,1 Prozent (IWF) und zwei Prozent (Wirtschaftsministerium der RF) erwartet.

Deutschland war 2016 der zweitwichtigste Handelspartner Russlands nach China. Der deutsch-russische Handel erreichte einen Umsatz von 48,1 Milliarden Euro und hat damit im Vergleich zum Rekordjahr 2012 (80,9 Mrd. Euro) annähernd 40 Prozent seines Volumens eingebüßt. Die Sanktionen haben der deutschen Wirtschaft bisher bereits einen Schaden von 17 Milliarden Euro zugefügt. Der Ostausschuss der Deutschen Wirtschaft erwartet für 2017 allerdings schon wieder einen Anstieg der deutschen Exporte nach Russland um mindestens fünf Prozent. Auch ergab eine Umfrage der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK) Moskau bei 190 Unternehmen, die in Russland 122.000 Mitarbeiter beschäftigen und 29 Milliarden Euro umsetzen, dass ein Drittel von ihnen im Jahr 2017 Investitionen in Russland plant. 75 Prozent der befragten Firmeninhaber prognostizieren für 2017 eine positive Entwicklung ihres Russlandengagements und plädieren für einen Dialog der EU mit der Eurasischen Wirtschaftsunion mit dem Ziel eines gemeinsamen Wirtschaftsraumes unter Einbezug Russlands. In der Bundesrepublik Deutschland sind 1.500 russische Unternehmen mit 11.900 Beschäftigten tätig.

Als Honorarkonsul der Russischen Föderation in Nordbayern widmet sich Nikolaus Knauf intensiv dem Werben um ein langfristiges Investment in Russland bei der deutschen Unternehmerschaft. Die Botschaft von Konsul Nikolaus Knauf an die heimischen Unternehmer lautet daher: "Wir sind gekommen, um zu bleiben. Denken auch Sie langfristig! Denn dieses faszinierende Land mit seinen mehr als 143 Millionen Einwohnern ist einer der wichtigsten Zukunftsmärkte für die deutsche Wirtschaft!" Jenseits aller politischen Spannungen sind es schließlich die Unternehmer, die sich auch künftig mit aller Kraft gegen Wirtschaftssanktionen aussprechen und damit für die Fortsetzung einer für die Bürger Russlands und Deutschlands wohltuenden und fruchtbaren Partnerschaft unserer Länder auf wirtschaftlicher, politischer, gesellschaftlicher und kultureller Ebene einsetzen werden.

Deutsche Unternehmen in Russland

Russlandweit existieren inzwischen mehr als 100 Technologie- und Industrieparks, die ausländischen Investoren beste Infrastruktur sowie Steuervergünstigungen bieten. Das Investitionsklima hat sich in den vergangenen Jahren weiter deutlich und entscheidend verbessert. Im Doing-Business-Ranking der Weltbank 2016 steigerte sich Russland um elf Positionen und landete auf Platz 40. In Bereichen wie z.B. bei der Geschwindigkeit von Eigentumsregistrierung bewegt sich die Russische Föderation unter den TOP10.

Mit einem Einkommenssteuersatz von 13 Prozent und dem Körperschaftssteueranteil von 24 Prozent herrschen in der Russischen Föderation für Investoren vergleichsweise paradiesische Zustände. Zu den größten deutschen Investoren gehören Firmen wie E.ON, Wintershall, VW, Siemens, Metro, ThyssenKrupp und die Deutsche Bank. Das Rückgrat der Geschäftskontakte bilden erfolgreich mittelständische Unternehmen wie CLAAS, Digitech, Herrenknecht, KNAUF, Knorr Bremse und viele andere mehr.

Russisch-Deutsche Auslandshandelskammer in Moskau

Am 14. Dezember 2007 wurde die Russisch-Deutsche Auslandshandelskammer in Moskau gegründet. Sie markiert eine logische Weiterentwicklung der bilateralen Beziehungen und ist zugleich Sinnbild für die hohe Qualität der deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen. Unter dem Grundsatz "Impuls. Lobby. Service" wird die AHK Unternehme bei der Aufnahme von Geschäftskontakten behilflich. Gleichzeitig vertritt sie die Interessen der Kammermitglieder vor russischen und deutschen staatlichen Institutionen. Und sie bietet den Service der "ständigen Betreuung im Alltag", angefangen vom Markteintritt bis zum Geschäftsaufbau. Als bilaterale Kammer integriert die AHK auch stärker russische Unternehmen und vertritt deren Interessen. Im Jahr 2007 startete die AHK mit 515 Mitgliedern. Heute betreut die Kammer über 800 Mitglieder.

Handelsvolumen Russland-Deutschland

Seit mehr als 30 Jahren ist Deutschland der größte Außenhandelspartner Russlands im westlichen Ausland. Im Jahr 2011 hat die Handelsbilanz von Deutschland und Russland mit knapp 75 Milliarden Euro einen neuen Rekordwert erreicht (2010: 58,19 Mrd. €). Nach Schätzungen des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft hängen vom Handel mit Russland etwa 300.000 Arbeitsplätze in Deutschland ab.

Wirtschaftspartner Bayern und Russland

Seit 1995 verfügt der Freistaat Bayern über eine Repräsentanz in Moskau. So lange bestehen schon hervorragende wirtschaftliche und politische Beziehungen zwischen Bayern und Moskau. Von den rund 5.560 deutschen Unternehmen in Russland, die dort mit circa 270.000 Mitarbeitern 50 Milliarden Dollar umsetzen, stammt immerhin ein Viertel aus Bayern. Im Gegenzug beschäftigen 300 russische, im bayerischen Handelsregister gelistete Unternehmen derzeit 4.750 Mitarbeiter im Freistaat. Der Schwerpunkt des Ansiedlungsinteresses russischer Firmen in Bayern liegt in der IT- und Logistikbranche sowie im Bau- und Dienstleistungssektor.

Nachdem sich der bayerisch-russische Außenhandelsumsatz von Anfang 1999 bis Dezember 2012 von 1,84 Milliarden Euro auf 13,1 Milliarden Euro mehr als versiebenfacht hat, sank dieser u. a. sanktionsbedingt bis Ende 2016 massiv auf 7,62 Milliarden Euro. - Das nordbayerische Engagement in Russland wächst indes stetig: Pflegten im Jahr 1999 noch 271 außenhandelsorientierte Firmen in Mittelfranken wirtschaftliche Kontakte zu russischen Partnern so waren es 2016 bereits 430. Von diesen sind 137 Unternehmen langfristig in Form von Vertretungen, Niederlassungen oder Joint Ventures in Russland präsent.