Wirtschaftspartner Russland

Fakten & Zahlen

Russland ist das größte und rohstoffreichste Land der Erde. Die russische Wirtschaft wuchs seit dem Krisenjahr 1998 jährlich um knapp 7 Prozent, im Jahr 2007 sogar um 8,1 Prozent. Trotz der Auswirkungen durch den weltweiten Börsencrash hatte die russische Wirtschaft 2010 wieder an Fahrt gewonnen und ein Wachstum des BIP von 4,5 erreicht. Befand sich das BIP in den Jahren 2015 (-2,5%) und 2016 (-0,2%) noch im leicht negativen Bereich, erreichte das Land 2017 und 2018 wieder den positiven Wert von 1,5 Prozent. Für das Gesamtjahr 2019 erwartet der IWF 1,8 Prozent Wachstum.

Als Wirtschaftsnationen treffen sich Russland und Deutschland auf Augenhöhe. Deutschland ist die fünftgrößte Volkswirtschaft der Welt, Russland liegt nur knapp dahinter auf Platz 6. Mit Polen (Platz 7), Tschechien (Platz 10), Russland (Platz 13) und Ungarn (Platz 14) konnten sich in diesem Jahr vier osteuropäische Länder in der Rangliste der 15 wichtigsten deutschen Handelspartner platzieren. Angeführt wird die Tabelle von den Niederlanden, knapp vor China, den USA und Frankreich.

Nachdem sich der deutsche Außenhandel mit Russland bis zum Sommer 2016 fast halbiert hatte, standen die Zeichen 2017 wieder auf Wachstum. In dem Jahr wurden Güter im Wert von 57,3 Milliarden Euro getauscht: Aus Deutschland nach Russland Waren für 25,9 Milliarden Euro (ein Plus von 19,9 Prozent) und aus Russland nach Deutschland Produkte für 31,4 Milliarden Euro (ein Plus 18,5 Prozent). - In den ersten neun Monaten 2018 nahm der bilaterale Handel weiter an Fahrt auf und wuchs um rund 45 Prozent bzw. um 14,3 Mrd. Euro. Dabei erhöhten sich die deutschen Einfuhren aus Russland im Wert von 26,51 Mrd. Euro um 62,6 Prozent. Hier dominierte wieder der für die deutsche Industrie und für den privaten Heizungsbereich essentielle Import im Energiebereich. Die deutschen Lieferungen nach Russland in Höhe von 19,49 Mrd. Euro verzeichneten in den ersten drei Quartalen 2018 einen Zuwachs von 26,5 Prozent.

Laut Industriebericht Bayern 2018 des Staatsministeriums für Wirtschaft, Energie und Technologie arbeiten in 7.408 bayerischen Industriebetrieben 1.294.760 Beschäftigte, von denen mehr als ein Drittel im Maschinenbau oder in der Fahrzeugindustrie tätig sind. Mit einem Auslandsumsatz von 53,2 Prozent des Gesamtumsatzes von 369,9 Mrd. Euro (2017) erwirtschafteten Bayerns Industriebetriebe jeden zweiten Euro im Auslandsgeschäft. Jeder vierte Arbeitsplatz, in der Industrie sogar jeder zweite, hängt vom internationalen Geschäft ab. Deswegen ist der internationale Handel für Bayern so bedeutend und Russland ein wichtiger Zukunftsmarkt. Und bayerische Unternehmen sind trotz der Sanktionen in Russland weiterhin überdurchschnittlich stark engagiert.

Im Gesamtjahr 2017 erfuhren die Exporte Bayerns nach Russland eine Zunahme von 19,2 Prozent auf 3,11 Mrd. Euro, wovon insbesondere bayerische Maschinenbauer und Automobil-fabrikanten profitierten. Die Einfuhren aus Russland lagen bei einem Warenwert von vier Milliarden Euro und waren damit um ganze 19,9 Prozent geschrumpft. Aus Russland bezog Bayern hauptsächlich chemische und petrochemische Rohstoffe, Halbwaren sowie Eisen- und Metallwaren. Von Januar bis Juni 2018 lieferte Russland Waren im Wert von 2,34 Mrd. Euro nach Bayern (+ 13 Prozent) und bezog bayerische Güter für 1,58 Mrd. Euro (+1,3 Prozent). In den ersten neun Monaten 2018 steigerten sich die Importe Bayerns aus Russland um 21,6 Prozent auf 3,51 Mrd. Euro. Die Exporte des Freistaates erhöhten sich allerdings lediglich um 1,6 Prozent auf 2,41 Mrd. Euro.

Als Honorarkonsul der Russischen Föderation in Nordbayern widmet sich Nikolaus Knauf intensiv dem Werben um ein langfristiges Investment in Russland bei der deutschen Unternehmerschaft. Die Botschaft von Konsul Nikolaus Knauf an die heimischen Unternehmer lautet daher: "Wir sind gekommen, um zu bleiben. Denken auch Sie langfristig! Denn dieses faszinierende Land mit seinen mehr als 143 Millionen Einwohnern ist einer der wichtigsten Zukunftsmärkte für die deutsche Wirtschaft!" Jenseits aller politischen Spannungen sind es schließlich die Unternehmer, die sich auch künftig mit aller Kraft gegen Wirtschaftssanktionen aussprechen und damit für die Fortsetzung einer für die Bürger Russlands und Deutschlands wohltuenden und fruchtbaren Partnerschaft unserer Länder auf wirtschaftlicher, politischer, gesellschaftlicher und kultureller Ebene einsetzen werden.

Deutsche Unternehmen in Russland

Russlandweit existieren inzwischen mehr als 100 Technologie- und Industrieparks, die ausländischen Investoren beste Infrastruktur sowie Steuervergünstigungen bieten. Das Investitionsklima hat sich in den vergangenen Jahren weiter deutlich und entscheidend verbessert. Im Doing-Business-Ranking der Weltbank 2016 steigerte sich Russland um elf Positionen und landete auf Platz 40. In Bereichen wie z.B. bei der Geschwindigkeit von Eigentumsregistrierung bewegt sich die Russische Föderation unter den TOP10.

Mit einem Einkommenssteuersatz von 13 Prozent und dem Körperschaftssteueranteil von 24 Prozent herrschen in der Russischen Föderation für Investoren vergleichsweise paradiesische Zustände. Zu den größten deutschen Investoren gehören Firmen wie E.ON, Wintershall, VW, Siemens, Metro, ThyssenKrupp und die Deutsche Bank. Das Rückgrat der Geschäftskontakte bilden erfolgreich mittelständische Unternehmen wie CLAAS, Digitech, Herrenknecht, KNAUF, Knorr Bremse und viele andere mehr.

Russisch-Deutsche Auslandshandelskammer in Moskau

Am 14. Dezember 2007 wurde die Russisch-Deutsche Auslandshandelskammer in Moskau gegründet. Sie markiert eine logische Weiterentwicklung der bilateralen Beziehungen und ist zugleich Sinnbild für die hohe Qualität der deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen. Unter dem Grundsatz "Impuls. Lobby. Service" wird die AHK Unternehme bei der Aufnahme von Geschäftskontakten behilflich. Gleichzeitig vertritt sie die Interessen der Kammermitglieder vor russischen und deutschen staatlichen Institutionen. Und sie bietet den Service der "ständigen Betreuung im Alltag", angefangen vom Markteintritt bis zum Geschäftsaufbau. Als bilaterale Kammer integriert die AHK auch stärker russische Unternehmen und vertritt deren Interessen. Im Jahr 2007 startete die AHK mit 515 Mitgliedern. Heute betreut die Kammer über 800 Mitglieder.

Handelsvolumen Russland-Deutschland

Seit mehr als 30 Jahren ist Deutschland der größte Außenhandelspartner Russlands im westlichen Ausland. Im Jahr 2011 hat die Handelsbilanz von Deutschland und Russland mit knapp 75 Milliarden Euro einen neuen Rekordwert erreicht (2010: 58,19 Mrd. €). Nach Schätzungen des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft hängen vom Handel mit Russland etwa 300.000 Arbeitsplätze in Deutschland ab.

Wirtschaftspartner Bayern und Russland

Seit 1995 verfügt der Freistaat Bayern über eine Repräsentanz in Moskau. So lange bestehen schon hervorragende wirtschaftliche und politische Beziehungen zwischen Bayern und Moskau. Von den rund 5.560 deutschen Unternehmen in Russland, die dort mit circa 270.000 Mitarbeitern 50 Milliarden Dollar umsetzen, stammt immerhin ein Viertel aus Bayern. Im Gegenzug beschäftigen 300 russische, im bayerischen Handelsregister gelistete Unternehmen derzeit 4.750 Mitarbeiter im Freistaat. Der Schwerpunkt des Ansiedlungsinteresses russischer Firmen in Bayern liegt in der IT- und Logistikbranche sowie im Bau- und Dienstleistungssektor.

Nachdem sich der bayerisch-russische Außenhandelsumsatz von Anfang 1999 bis Dezember 2012 von 1,84 Milliarden Euro auf 13,1 Milliarden Euro mehr als versiebenfacht hat, sank dieser u. a. sanktionsbedingt bis Ende 2016 massiv auf 7,62 Milliarden Euro. - Das nordbayerische Engagement in Russland wächst indes stetig: Pflegten im Jahr 1999 noch 271 außenhandelsorientierte Firmen in Mittelfranken wirtschaftliche Kontakte zu russischen Partnern so waren es 2016 bereits 430. Von diesen sind 137 Unternehmen langfristig in Form von Vertretungen, Niederlassungen oder Joint Ventures in Russland präsent.