Meldepflicht für Doppelpass- und Aufenthaltsgenehmigungsbesitzer?

Seit 4. Oktober 2014 ist es soweit: ein Russe, der im Besitz eines weiteren Passes oder einer Aufenthaltsgenehmigung in einem anderen Land ist, und bis zu diesem Datum diesen Besitz den russischen Behörden nicht gemeldet hat, macht sich möglicherweise strafbar. Ihm drohen Bußgelder bis zu 200 000 Rubel (etwa 4 000 Euro) oder bis zur Höhe eines Jahresgehaltes oder bis zu 400 Stunden Sozialarbeit.

Was wichtig ist: Die Meldepflicht erstreckt sich auch auf diejenige Russen, die in Deutschland leben und arbeiten, zum Beispiel in der deutschen Zentrale der Firma. Bei ihnen entsteht eine „schlafende“ Meldepflicht, die beim nächsten Russland-Besuch (auch wenn dieser nur einen Tag dauert) erfüllt werden muss. Praktisch bedeutet es, dass ein Mitarbeiter der Kölner, Stuttgarter oder Münchener Zentrale, der ein russischer Staatsbürger und im Besitz der deutschen Aufenthaltsgenehmigung (unabhängig davon, ob befristet oder unbefristet) ist, bei seiner ersten Dienstreise nach Russland diesen Besitz sofort anmelden muss. Und zwar schriftlich und persönlich bei der nächsten Migrationsbehörde oder in einer Post-Filiale. Ein Unternehmen, das solche Mitarbeiter nach Russland schickt, sollte sie deswegen gut informieren und Zeit für den Besuch bei der Post bzw. der Migrationsbehörde einplanen lassen.

Quelle: Russia Consulting, Moskau/St. Petersburg, Internet: www.russia-consulting.eu

Russisch-Test für Ausländer?

Neu sind auch die Migrationsregeln für die Ausländer, die in Russland arbeiten wollen. Ab 1. Januar 2015 werden die meisten in Russland arbeitenden Ausländer einen Sprach- und Geschichtstest ablegen müssen. Testpflichtig sind auch Deutsche – wenn sie eine Arbeitserlaubnis beantragen, und dabei im Alter von 18 bis 65 Jahren (Frauen: von 18 bis 60 Jahren) sind und nicht den Status eines „hochqualifizierten Mitarbeiters“ mit einem Jahresgehalt über 2 Millionen Rubel (oder etwa 40 Tausend Euro) haben. „Hochqualifizierte Mitarbeiter“ sind von der Testpflicht befreit.

Der Test muss innerhalb von 30 Kalendertagen nach Erhalt der Arbeitserlaubnis abgelegt werden und wird gleichzeitig in mündlicher und schriftlicher Form durchgeführt. Es dürfen nur wenige zertifizierte Prüfstellen den Test durchführen, dabei können die Preise bei einigen privaten Teststellen deutlich höher als bei staatlichen Gremien sein – deswegen wird es empfohlen, sich über die Teststelle im Voraus zu informieren. Auch eine Vorbereitung auf den Test, der Fragen aus dem russischen Steuer- und Aufenthaltsrecht sowie aus der russischen Geschichte enthält, ist sowohl bei privaten als auch bei staatlichen Prüfstellen möglich.

Quelle: Russia Consulting, Moskau/St. Petersburg, Internet: www.russia-consulting.eu